Azoren – mitten im Atlantik

mein Sprung auf ein paar Inseln im Ozean!

Schon immer wollte ich auf die Azoren. Mitten im Atlantischen Ozean liegen sie auf der traditionellen Segelroute zwischen Amerika und Europa. Ich habe in den letzten Jahren viele längere Segelreisen unternommen, aber die Azoren lagen irgendwie nie auf der Strecke. Für Seefahrer eine Ewigkeit von der alten Heimat entfernt, bin ich nun einfach in zehn Stunden über Portugal zu der Inselgruppe geflogen und habe den Ozean unter mir betrachtet und mich gefragt, ob wohl der eine oder andere Segler gerade mit schweren Sturmböen zu kämpfen hat. Ist es nicht ein Wunder, wie wir heutzutage reisen und dabei die Welt sozusagen im Vorbeiflug erkunden können.

ÜberflugkarteAn Frankreich vorbei und bei schönstem Wetter in knapp einer Stunde über die Biskaya, wie im Zeitraffer. Im Segelboot kämpft man machmal tagelang, um diese tückische Bucht zu überqueren. Das Wasser des über 4 ­km tiefen Atlantiks trifft hier auf die ralativ flache Biskaya. An einer gewaltigen Kante des Kontinentalschelfs verringert sich die Wassertiefe von 4000 m auf 200 m. Bei Sturm türmt sich das Wasser in die Höhe und kann zerstörerische Wellen erzeugen, die hier so manches Schiff versenkt haben.

Die Flüge der TAP gehen über Lissabon und kosten um die 250 €. Vielleicht findet sich auch ein passender Flug von Air Berlin. Ebenso sind einige Billigairlines auf dem Markt, die deutlich günstiger sein können. Wichtig ist es dabei, auf die Umsteigezeit zu achten. Einige Flüge sind verlockend preiswert, aber wer will schon 16 h auf irgendeinem Flughafen verbringen. Da die Azoren zu Portugal gehören, ist es ein sehr angenehmer innereuropäischer Flug.

In Lissabon lohnt unter Umständen auch ein Stopover. Die Stadt erfreut sich breiter Beliebtheit bei Städteliebhabern mit ihren zahlreichen Ausflugszielen, Kulturangeboten und einer bemerkenswerten schönen Stadtarchitektur. Vor vielen Jahren bin ich hier mal mit dem Schiff eingelaufen und war begeistert von der Stadt.

Die Azoren sind eigentlich die Gipfel eines gigantischen Gebirges, größer als jedes, dass wir auf unseren Kontinenten kennen, nur dieses ist eben unter Wasser. Der Mittelaltlanische Rücken – eine riesige vulkanische Spreizungszone, die verantwortlich dafür ist, dass Europa und Amerika auseinander driften. Die Azoren liegen am Schnittpunkt der Eurasischen, Afrikanischen und Amerikanischen Platte. Die ganze Tektonik findet fast ausschließlich im Verborgenen statt, und nur an einigen Stellen wächst das Gebirge über die Wasseroberfläche hinaus und hat die Inseln der Azoren, aber auch weiter nördlich Island geformt, die alle vulkanischen Ursprungs sind, wie man schon unschwer anhand der zahlreichen Vulkane und Krater sehen kann. Rechts und links fällt das Meer auf über 4 km Wassertiefe ab, so dass man sich vorstellen könnte, dass die kleinen Inseln wie auf der Spitze des Mont Blanc liegen und nur die obersten Kuppen aus dem Meer ragen.

Es war übrigens der Deutsche Alfred Wegener, der anhand von seinen Beobachtungen die Theorie aufstellte, dass sich die Kontinente bewegen. Für ihn sah es so aus, als ließen sich Südamerika und Afrika wie Puzzelteile wieder zusammen fügen. Er nahm an, dass die Kontinente auseinanderdriften und anderenorts kollidieren und mit urgewalt die Gebirge der Erde aufschieben. Er sollte recht behalten mit seinen Theorien und war somit der Begründer der modernen Plattentektonik, einem nach wie vor sehr aktivem Forschungsthema der Meereswissenschaften und Geologie.

Vom Flughafen ist es nur eine kurze Fahrt in die Stadt Ponta Delgada wo ich mein kleines Guesthouse bezogen habe.

Eins bleibt: mein Landfall war für mich irgendwie geschummelt. Ich wollte doch mit dem Segelboot hier einzulaufen! Aber das wird eine andere Reise 😉

Helgoland 2015

Jedes Jahr wieder reisen wir nach Helgoland und sammeln neue Ideen, die wir das ganze Jahr über dann umsetzten. Hier hat alles begonnen und hierher kommen wir immer zurück 🙂

Helgoland ist für uns das La Digue des Nordens – ein Rückzugsort, eine Insel der Gelassenheit. Völlig zu Unrecht wurde diese Insel häufig als der Fuselfelsen von Deutschland bezeichnet. Das ist aber wohl eher der Name der alten norddeutschen Mundart aus der Zeit der Butterfahrten, die man nutzte, um das wenige Geld, dass man hatte sinnvoll anzulegen. Da Helgoland außerhalb der 12 Meilen Zone vom Festland liegt, ist der Alkohol immer noch zollfrei zu haben, aber längst ist dies nicht mehr der alleinige 😉  Grund, diese schöne Insel zu besuchen. Eine Biologische Anstalt, das Naturschutzgebiet, die Lange Anna und die zahlreichen Robben auf der kleinen Düne bestimmen heutzutage die Wanderrouten der Besucher. „Helgoland 2015“ weiterlesen