Sue’s Seychellen-Schnack, Tag 3 – Jardin du Roi

Er hält, was er verspricht…denn beim Jardin du Roi handelt es sich tatsächlich um einen sehr königlichen Garten! Neben den zahlreichen unterschiedlichen, meist exotischen Baum- und Pflanzenarten – ich weiß nun, wie Vanille-Pflanzen und Zimtbäume aussehen – hat man von hier aus auch einen fantastischen Blick von oben auf die Anse Royale. Beim Genießen dieses Anblicks bewunderte ich auch den einen oder anderen Flughund, der dort seine Bahnen zog. Ich liebe diese Fruitbats!!!

Nach einer aufschlussreichen und interessanten Wanderung auf den Pfaden des Gartens des Königs, vorbei an umgestürzten Giganten des Nebelwaldes, kam ich am Ende zu dem größten Samen der Welt – der Coco de Mer. Ich habe mir sagen lassen, dass man hier dichter an die Kokosnüsse kommt als auf Praslin. Mal schauen…

 

Meine erste Wanderung durch den Nebelwald war sehr faszinierend für mich. Auch die Begegnung mit dem süßen kleinen Tenrek (Seychellen-Igel) wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen kurzen Stopp bei den Kokogrove Chalets. Bei einem kühlen Gläschen Weißwein lauschte ich dem süßen Gezeter der Fruitbats, die sich um die besten Schlafplätze und Früchte stritten. Sehr amüsant wurde es, als die bereits schlafenden Vögel durch den Flügelschlag eines Flughundes geweckt wurden…das Geschrei war groß und der ganze Baum war wach 🙂

Sue

Lagoa das Furnas

ein Ausflug zu den vulkanischen Ursprüngen und dem Kratersee von Furnas

São Miguel, die größte Insel der Azoren bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten und großartige Landschaften. Mit seiner Gesamtlänge von über 60 km und Breite von über 16 km bietet sie unglaublich viele Unternehmungsmöglichkeiten. Für meinen ersten Ausflug auf São Miguel habe ich mir eine kleine Rundfahrt über die Insel, vorbei an grünen Wiesen und einer Teeplantage zum Kratersee Lagoa das Furnas vorgenommen. Ein gut gewählter Einstieg in meine Reise, verdeutlicht er doch den vulkanischen Ursprung der Azoreninseln.

Von Ponta Delgada geht die Reise zunächst über die Insel von Süden nach Norden, vorbei an der einzigen Teeplantage in Europa (man möge mich hier korrigieren, wenn das nicht stimmt). Furnas_Sao_Miguel_Azoren_025Der Plantage angeschlossen, ist die kleine Teefabrik Chá Gorreana, die immer noch den Tee wie aus einer längst vergangenen Zeit herstellt. Die Technik ist robust und erinnert an die industrielle Revolution. Die Maschinen laufen schon seit Generationen zuverlässig, aber benötigen immer noch sehr viel zusätzliche Handarbeit, bis das fertige Produkt über die Ladentheke geht.

Es gibt nur Tee aus rein ökologischem Anbau in grünen oder schwarzen Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Furnas_Sao_Miguel_Azoren_007Wie ich gelernt habe, wird beim Grünen Tee die Fermentation frühzeitig durch heißen Dampf gestoppt, wohin gegen der Schwarze Tee weiter fermentiert, bis der gewünschte Charakter erzielt wird. In der Endverarbeitung werden die Stengel der Pflanzen immer noch von Hand aussortiert. Für diese Arbeit würde es mit Sicherheit auch schon eine Maschine geben. In diesem Fall ist es jedoch nicht dem Mangel an Technik zuzuschreiben, sondern eher der gewünschten Beschäftigung für die Frauen des Ortes, die sich hier ihr Einkommen verdienen. Somit wird auch in Zukunft der Tee immer noch liebevoll per Hand sortiert und verpackt.

Furnas_Sao_Miguel_Azoren_040Entlang der sehr schönen wilden nördlichen Küste sind wir dann zu dem Lagoa das Furnas und seinen Kratern gefahren und hatten trotz der Bewölkung einen sehr schönen Blick auf den See.
Hier befinden sich auch zahlreiche heiße Quellen die immer noch aktiv sind und somit von der Aktivität des Vulkanes zeugen. Im heißem Dampf der Erde wird hier das traditionelle Eintopfgericht Cozido das Furnas gekocht. Der Ort Furnas ist geprägt von den vielen Heißen Quellen und stark mineral haltigen Brunnen. Der hohe Eisengehalt färbt die wasserführenden Rinnen dabei schon einmal tief rot.Furnas_Sao_Miguel_Azoren_052 Das Wasser erscheint dabei dennoch ganz klar und ist durchaus trinkbar, wie man mir erklärte. Die hellen rostroten Ablagerungen entstehen über die Jahre und bilden geradezu bizarre Muster auf den Steinen.

Beim Besuch des heimischen Restaurants wird uns das Cozido Gericht serviert, das zuvor aus der Erde gezogen wurde. Ein leckerer Eintopf mit vielen Kohl- und Gemüsesorten, Fleisch und Kochwurst.

Weiter ging es dann zum Botanischen Garten Terra Nostra. Er besteht schon seit nahezu zweihundert Jahren und ist bekannt durch seine Sammlung einheimischer und fremdländischer Pflanzen. Der Park ist ebenfalls von heißen Quellen durchzogen, dessen heißes Wasser sich in der Mitte in einem großem Thermalbad sammelt. Das Wasser hat 35-40ºC, riecht leicht schwefelig und ist dunkel rostbraun, aufgrund des hohen Mineral- und Eisengehalts. Es braucht einen Moment Überwindung, um in das braune Wasser zu steigen – es lohnt sich aber und ist sehr wohltuend 🙂

Volker