Ponta Delgada ein erster Eindruck

die inoffizielle Hauptstadt der Azoren.

Heute bin ich den ganzen Tag durch Ponta Delgada gelaufen und war ganz schön beeindruckt von der Größe dieser kleinen Stadt auf São Miguel.

Ponta Delgado ist Verwaltungshauptstadt des Archipels der Azoren. Somit gibt es hier alles, was man zur Administration von neun Inseln im Atlantik benötigt: Behörden, Justiz, Banken, vielerlei Geschäfte, Boutiquen, Kino, eine Universität, diverse Kirchen und natürlich einen großen Hafen. Alles liegt dicht beieinander und lässt sich prima zu Fuß erkunden. Die Wohngegenden sind sehr unterschiedlich gestaltet. Die historischen Häuser reihen sich Seite an Seite mit neuen Architektenbungalows und größeren modernen Wohnhäusern. Die Uferpromenade ist durch wenige übergroß erscheinende Betonbauten etwas verunstaltet, wie man es leider an anderen Küsten und Urlaubsorten auch vorfindet. Nichtsdestotrotz macht die Stadt einen sehr aufgeräumten Eindruck. Viele der älteren Häuser wurden renoviert, instand gesetzt und sind sehr hübsch anzusehen. Das Flair ist überaus entspannt und ruhig.

Überall finden sich kleine Cafés und der Galão schmeckt mir hier ganz besonders gut. Gute Ernährung ist hier ohnehin kein Problem. In fast jeder zweiten Straße ist ein kleiner Supermarkt oder ein Früchtehändler, so dass dem Wunsch nach Vitaminen überall nachgekommen wird. Viele kleine Bäckereien bieten die typisch portogisischen Backwaren und Törtchen. Natürlich gibt es reichlich Fisch auf der Speisekarte. In der ersten Reihe sind die Speiseteller nicht gerade günstig, aber auch nicht überteuert. Weiter oben in der Stadt, lassen sich viele kleine Restaurants finden, in denen es deutlich preiswerter ist.

Im Zentrum schlängeln sich die engen Einbahnstraßen durch die Häuser. Die sehr schmalen Bürgersteige sind schön verziert mit schwarz weißen Steinen besetzt. Sollte man hier mit seinen kleinen Kindern unterwegs sein, empfiehlt es sich, diese durchgehend an die Hand zu nehmen und auf der Häuserseite zu führen, da die Autos ungewöhnlich schnell fahren. Tagsüber ist der Verkehr in dem Netz aus Einbahnstraßen beachtlich. Trotz der Enge der Gassen, scheint es hier üblich zu sein, mit hoher Geschwindigkeit die Straßen rauf und runter zu jagen.

WetterGroßes Glück hatte ich mit dem Wetter. Es war durchgehend heiter bis sonnig und mit milden 16 Grad nie zu kalt. Dennoch wird es abends empfindlich kühl, und im Reisegepäck sollte auf keinen Fall etwas Warmes fehlen. Auf den Azoren kann man jederzeit von einem Wetterumschwung überrascht werden. Die Jahreszeit von Dezember bis Februar ist etwa mit unserem Herbst zu vergleichen. Tagsüber hat die Sonne richtig Kraft und kann einem noch sehr warm ins Gesicht scheinen. Am Abend fällt die Temperatur jedoch rasch ab, und man hat Glück, wenn sich im kleinen Rücksack noch der Pulli befindet, den man eigentlich im Guesthouse lassen wollte.

Volker